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Arbeit 4.0

Digitalisierung

Arbeit 4.0: Gute digitale Arbeit in Niedersachsen

Den digitalen Wandel gestalten! ver.di Den digitalen Wandel gestalten!

Studie über die Folgen der Digitalisierung im Dienstleistungsbereich an Minister Lies übergeben

Der digitale Wandel verändert die Arbeitswelt in einem enormen Tempo. Davon besonders betroffen ist der Dienstleistungsbereich, in dem die Veränderungsprozesse jedoch bisher kaum untersucht, Chancen und Risiken für die Beschäftigten wenig erforscht sind. Eine Studie des CIMA-Instituts für Regionalwirtschaft im Auftrag der Gewerkschaft ver.di und der Friedrich-Ebert-Stiftung schließt diese Lücke. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung „Guter digitaler Arbeit“ liegen nunmehr vor.

Dr. Arno Brandt, Leiter des CIMA-Instituts in Hannover, machte deutlich: „Mittels einer Befragung zahlreicher Experten aus neun Betrieben und Verwaltungen in Niedersachsen werden zentrale Entwicklungstrends, Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung näher beleuchtet. Dabei haben wir vor allem die Branchen Telekommunikation, Verkehr, Handel und Logistik, Touristik, Medien und den öffentlichen Dienst näher untersucht.“

ver.di-Landesleiter Detlef Ahting betonte: „Es muss das Ziel von Gewerkschaften, Unternehmen und Politik sein, im Prozess des digitalen Wandels gute Dienstleistungen und soziale Innovationen zu verankern. Gute Arbeit dient als Leitbild für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen von morgen. Die betrieblichen Fallbeispiele bestätigen, dass die Arbeit der Zukunft nicht ohne zusätzliche Qualifizierung und Weiterbildung, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie nicht ohne Beteiligung und Mitbestimmung der Beschäftigten zu organisieren ist. Wir wollen prekäre Beschäftigung verhindern.“

Urban Überschär von der Friedrich-Ebert-Stiftung ergänzte: „Den digitalen Strukturwandel zu begleiten, ist auch eine zentrale Aufgabe der Politik. Die vorliegende Studie macht deutlich, dass es bei der mit der Digitalisierung verbundenen Beschäftigungs- und Humanisierungspotentialen durchaus Handlungsbedarf des Gesetzgebers gibt. Hierzu zählen das Arbeitsrecht, der Gesundheitsschutz, die Mitbestimmung und die soziale Sicherung.“

Die Studie wurde am heutigen Dienstag (20. September) offiziell dem Niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, übergeben: „Die Untersuchung zeigt, dass die fortschreitende Digitalisierung nicht nur die Industrie vor Herausforderungen stellt, sondern der Dienstleistungssektor mindestens genauso stark betroffen ist. Das besondere an der vorliegenden Studie ist dabei der Blick auf die betrieblichen Prozesse. Dabei wird deutlich, dass ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Gelingen von Digitalisierungsprozessen die frühzeitige Kooperation der Sozialpartner im Betrieb und die Einbindung der

Beschäftigten sein kann. Wir würden es deshalb sehr begrüßen, wenn es gelingen könnte, die betriebliche Ebene auch im Weiteren sehr konkret in den Blick zu nehmen, um Hindernisse und förderliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Arbeits- und Unternehmensentwicklung zu identifizieren.“